Wieviel Eigenwerbung ist eigentlich erlaubt?

Jetzt auch als Taschenbuch

Um als Selfpublisher auf seine Werke aufmerksam zu machen, gehört Eigenwerbung zu einem nicht unwesentlichen Bestandteil des täglichen Geschäfts. Die Sozialen Netzwerke Twitter, Facebook und Co. sind ein dabei ein guter Grundstein, jedoch nicht das Non plus ultra. Aber, wann ist Eigenwerbung sinnvoll und wann wirkt sie abschreckend?Ich muss zugeben, als eBook-Autorinnen-Neuling hatte ich von Marketing so viel Ahnung wie ein Kaninchen vom Skat. Ich habe mich bei diversen Facebook-Gruppen angemeldet, habe Diskussionen verfolgt, habe meinen Ratgeber wie wild durch die Gegend gepostet und trotzdem nicht mehr verkauft. Im Gegenteil, in einigen Gruppen wurde ich böse angeguckt, weil ich Werbung verbreitet habe.

„Aber das machen doch alle so!“, dachte ich mir. Es stimmt schon irgendwie. Manch einen Link kann ich persönlich schon nicht mehr sehen. Tag für Tag für Tag wird immer wieder der gleiche Link zum gleichen Buch gepostet. Ein befreundeter Einzelhandels-Vertreter für Duschkabinen (hihi… der Duschking) bezeichnete diese Vorgehensweise als Guerilla-Marketing. Von Wikipedia, der kleinen Schwester des großen Gockels weiß ich, dass damit die Wortschöpfung Jay C. Levinsons gemeint ist, der damit ungewöhnliche Vermarktungsaktionen bezeichnet, die mit geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung versprechen.

„Du ziehst dir ein rosa Hasenkostüm an und stellst dich damit auf den Marktplatz. Selbst wenn die Leute deine Flyer in den Müll werfen, werden sie sich an dich erinnern…“ So, oder so ähnlich sagte er mir kürzlich.

Nun bin ich keine Person, die sich in einem Hasenkostüm auf den Marktplatz stellt. Geschweige denn laut in die Welt hinaus posaunt, dass MEIN BUCH JETZT IM FREIEN HANDEL ZU HABEN IST. (War das laut genug? – Jaja, passt schon.) Ich gehöre eher zu den Leuten im Hintergrund. Selbst die Podiumsdiskussion auf der Buchmesse von Tango Publishing war mir einen Schritt zu weit in dem Moment. Dass ich kurz vorher sogar im Radio zu hören war, kann ich bis heute kaum glauben.

Laut schreien hilft in meinem Fall nicht. Was wirklich brauchbar ist, ist eine treue Fangemeinde, Menschen, die sich qualifizierten Rat holen wollen und diesen bei mir auch finden. Lange bevor überhaupt die Idee geboren wurde, ein Buch zu schreiben, entstand mein Blog „Meine Kinderküche“. Hier schreibe ich über meine Erfahrungen und täglichen Kämpfe mit meinen Kindern. Für unsere Ratgeberreihe ist ein neues Blog eröffnet worden. Hier gibt es ganz spezielle Themen, die sich rund um die Familie drehen. Eigenwerbung, gut und schön. Viel wichtiger ist allerdings, eine transparente Glaubwürdigkeit.

Also, den Marktplatz schenke ich mir. Bringt eh nichts (und davon ab, sehe ich in einem Hasenkostüm total peinlich aus). Ständiges Posten der eigenen Links bringt auch nichts (nur Ärger mit den Kollegen). Was also tun? Vielleicht hat ja jemand noch brauchbare Ideen. Dann wäre hier jetzt noch gaaaaaaaanz viel Platz, um diese weiterzugeben. 🙂

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7 Gedanken zu “Wieviel Eigenwerbung ist eigentlich erlaubt?

  1. Liebe Sandra-Maria,

    ein Thema, das mir vertraut ist. Ich finde es sehr gut, dass du es anschneidest. Vor vielen Monaten stellte ich recht erschüttert fest, dass mir eine Kollegin (die mir wirklich ans Herz gewachsen war und mit der ich auch schon mehrfach telefoniert hatte) „einfach so“ die Facebook-Freundschaft gekündigt hatte. Ich war total erschrocken, denn wir kannten uns recht gut, sie hatte für mich auch eine Vorbildfunktion und half mir immer sehr. Was also war passiert?

    Ich schrieb sie an und fragte, warum sie mich rausgekickt habe. Zu meiner großen Überraschung war der Hauptgrund, dass ihr meine Werbung auf den Keks ging. Genau wie du, dachte ich: Aber das machen doch alle so! Durch mein Geplärre ließ sie sich erweichen und nahm mich wieder auf. Wie sich das für mich anfühlte, kannst du dir vorstellen. Einige Zeit später habe ich sie dann selbst von mir befreit.

    Was geblieben ist, ist ein großes Fragezeichen. Längst verstehe ich, dass ich es übertrieben hatte. Ich halte es heute ganz anders, denn es bringt tatsächlich überhaupt nichts, was die Verkaufszahlen betrifft – entfernt jedoch schlechtestenfalls die „Freunde“. Warum, fragte ich mich, hatte sie mich nicht zuvor darauf hingewiesen? (Gut, ich muss noch hinzufügen, dass sie E-Books doof findet.)

    Nun stelle ich seit einigen Wochen fest, dass du meinen alten „Fehler“ aufgreifst und „zu viel“ wirbst. Finde ich! Aber kann ich dir das sagen? Wirke ich wie ein Klugscheißer? Geht mich das eigentlich was an? Kann es nicht jeder halten, wie er es will? Eine Antwort habe ich nicht.

    Effektive Multiplikatoren sind die Leserzielgruppen – bei mir ja primär die Migräne. Aber behutsam, langsam, nicht zu viel. Sonst nervt man. Und dann immer wieder der/das eigene Blog. Auch wenn die Reichweite nicht täglich der Brüller ist, so entsteht doch langsam aber sicher eine Kundenbindung. Und irgendwann, eines Tages – dann kaufen die Leser nicht ein neues Buch, sondern DAS neue Buch von dem Autoren, den sie schrecklich gerne lesen.

    Liebe Grüße!

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    • Danke Kico für die offenen Worte!
      Ich bin lernfähig und ein paar Stürze macht sicher jeder mit. Ich habe mir in den letzten Wochen viele blaue Flecke geholt, die mich allerdings vom wichtigsten abgehalten haben: Vom Schreiben. Ich könnte heute schon viel weiter sein. Bin ich aber nicht, weil ich mich versuchte mit anderen Autoren zu messen, die bereits 100 Bücher veröffentlicht haben.
      Aber, die Einsicht ist ja der beste Weg zur Besserung. Und den Weg will ich jetzt einschlagen.
      (Klugscheißer? Wie kommst denn da drauf?)

      Liebe Grüße, Sandra

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  2. Wolfgang Schwerd schrieb bei FB dazu: Gute Frage, schwierige Antwort ;-).
    Klar, dass der Autor seine social-media-Freunde auf seine Bücher aufmerksam machen muss und auch soll (vielleicht auch mal statt mit dem Cover mit dem rosa Hasenkostüm als eyecatcher ;-). Aber natürlich darf die Wirkung der100.000sten Botschaft gleichen Inhalts auf die Kaufbereitschaft „konkurrierender“ Autoren nicht überschätzt werden.
    Ich persönlich finde die Autoren (und damit im Zweifelsfall auch ihre Bücher) interessant, die über das Anpreisen ihrer Ware hinaus noch mehr zu sagen haben, bei denen wenigstens ihr Thema und nicht immer wieder das Buch (oder beispielsweise andere Dienstleistungen) im Mittelpunkt der Kommunikation steht. Immerhin, ein Autor ist – bei aller Notwendigkeit seine Bücher zu verkaufen – eben kein Anzeigen schaltender Buchhändler, sondern eben ein Autor, dessen eigentliches Bedürfnis vielleicht sogar die Kommunikation mit seinen potenziellen und bereits gewonnenen Lesern sein könnte.

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  3. O ja das ist auch für mich gut noch mal zu lesen. Ich poste meine neuen blogeinträge auch immer auf facebook und manchmal aktualisiere ich sie dann noch mehrmals….schlechtes Gewissen. Mache ich ab heute nicht mehr….

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