#10secrets – 9. Meine persönliche Lieblingsszene

Tag 9 der #10secretsofmybook-Challenge

In meiner persönlichen Lieblingsszene geht es heute ums Essen. Die Nahrungsmittelzufuhr in Frankreich wird regelrecht zelebriert. Beim Essen verhalten sich die Franzosen gemütlicher, als wir ständig in Hektik ausbrechenden Deutschen. Der morgendliche Kaffee wird daher gern in einer der kleinen Bistros genossen. Anders als in Deutschland kannst du dort dein vorher beim Bäcker gekauftes Croissant oder Pain au chocolat in den Milchkaffee tauchen. Mittags gibt’s ein schnelles Baguette auf die Hand oder einen Besuch in einer Crêperie – die dort angebotenen, ursprünglich aus der Bretagne stammenden Galette (traditionelle Buchweizenpfannkuchen) sind das herzhafte Gegenstück zu den süßen Crêpes und werden mit Schinken, Käse und Spiegelei serviert.

Typisch Bretonisch – herzhafte Galette

Aber jeder, der die Bretagne besucht, sollte einmal Austern probieren. Die werden nicht nur in den Restaurants, sondern auch auf dem Wochenmarkt angeboten (um ein Vielfaches günstiger … man muss halt nur wissen, wie man die kleinen Biester knackt). Und wenn man als Urlauber zwei Minuten zu lange an einem Verkaufsstände steht, dabei dann noch zweifelnd schaut, wird einem direkt eine Auster zum Probieren angeboten. Und wer kneift, hat verloren …

#10secrets

Taschenkrebse auf einem bretonischen Wochenmarkt

Meine Lieblingsszene spielt genau auf so einem bretonischen Wochenmarkt in Lannion, wo Caro mit ihrer Großmutter unterwegs ist. Caro ist zwar zur Hälfte Französin, aber diese Hälfte hasst kalten, wabbeligen Fisch in Salzwasser. Allein der Anblick … aber lest selbst

***

Der Verkäufer knackt die Auster auf. Das überflüssige Wasser tropft er in einem Eimer ab. Mein Magen zieht sich zusammen. Als er den Glibber an der perlmutartigen Schale durchtrennt, steckt mir der Ekel schon im Hals. Das glitschig-graue Innenleben schwabbelt, wenn ich die Auster hin und her bewege. Ich werfe Omili einen hilfesuchenden Blick zu. »Du musst das nicht essen«, sagt sie.

Adrien steht immer noch neben mir und schmunzelt. Ich will mir vor ihm nicht die Blöße geben, zu kneifen. Vor allem nicht, weil ich weiß, dass er mich damit bei unserer nächsten Begegnung aufziehen wird. »Ich wollte die Dinger schon immer mal probieren«, entgegne ich so gelassen wie möglich. Also Augen zu und durch. Ich halte die Luft an, setze die raue Schale an die Lippen und schlucke den Glibber in einem Stück hinunter.

***

Das ist auch die einzige ekelige Stelle im Roman. #ischwör

Ich habe Austern probiert. Gut, ist jetzt nicht zu meiner Leibspeise geworden, und wenn ich wählen müsste zwischen Crêpes und Austern, dann wäre ich eindeutig in TEAM Crêpes. Und du?

Veröffentlicht von SaMaRia

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