Das Schönste am Schreiben – die Recherche Teil 1: Namensfindung

Das aktuelle Romanmanuskript ist fertig – Zeit, um mit dem nächsten zu beginnen.

Am Anfang steht die Recherche. Meine liebste Lieblingsbeschäftigung, weil ich dabei nicht über Rechtschreibregeln, Grammatik oder den richtigen Erzählton nachdenken muss. Recherchieren ist Entspannung pur.

Die Idee für mein nächstes Projekt geistert mir schon lange im Kopf herum. Immer wieder musste ich mich während der Schreibphase des letzten Romans daran erinnern, nicht gedanklich vorzugreifen und im aktuellen Thema zu bleiben. Damit ist jetzt Schluss. Mein „Hahn ist tot“ liegt derzeit zum Testlesen in verantwortungsvollen Händen. Die Zeit des Wartens kann ich nun endlich mit der Recherche meines nächsten Romanprojekts füllen.

Wie finde ich einen passenden Namen für meine Protagonisten?

Als Jäger und Sammler habe ich mir einen Ordner angelegt, in dem ich – das hört sich sicher seltsam an – die Todes- und Geburtsanzeigen der hiesigen Tageszeitung aufbewahre. Auf der Suche nach regionalen Namen hilft das ungemein. Auch die Namen der Abiturienten, die in der Zeitung veröffentlicht werden, geben manchmal den entscheidenden Ausschlag.

Wer auf Namenssuche für einen Protagonisten geht, kann sich auch im Spam-Ordner seines Mailpostfaches hervorragend bedienen. Zu irgendwas müssen die ganzen Spams ja schließlich gut sein.

Namensforschung für Autoren?

Auf den folgenden Seiten lassen sich besonders Familiennamen recherchieren, darüber hinaus geben Übersichtskarten Auskunft über die Verteilung des entsprechenden Namens.

Die Seite Geneanet hilft bei der Suche nach dem Ursprung eines Namens und greift auf Datenbanken bis 1500 zurück. Ich habe das mal für meinen Nachnamen im Jahr 2017 erstellt. Leider muss man sich nach einigen Seitenklicks registrieren. Ist aber kostenlos.

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Hier zum Vergleich der Nachname Erdmann um 1600. Witziges Spielzeug, aber auch ein interessantes Tool, um Nachnamen mit Regionen zu verbinden. Wer international schreibt, findet auf dieser Seite dann auch die internationale Verteilung. Ihr glaubt nicht, wo ich den Nachnamen Erdmann noch überall gefunden habe. 🙂

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Ähnlich aufgebaut ist die Seite verwandt.de. Auf  GenWiki gibt es einen Überblick über verschiedenen Datenbanken und Namensforschungsprojekte. Wer Spaß an Statistiken hat, wird die Seite Namespedia.com lieben.

Jetzt wünsche ich euch fröhliches Recherchieren und viel Erfolg auf der Suche nach dem passenden Namen für euren Protagonisten.

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Wie ich gelernt habe, Zeitfenster optimal zu nutzen

Bist du immer noch nicht fertig? Echt, immer noch das gleiche Projekt? Das wird aber noch mal was, oder? JA, IRGENDWANN!!! Wenn ich nur mehr Zeit hätte.

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Mein Traum

Nur einen einzigen (kinder-  und ehemann-)freien Tag in der Woche, damit ich Zeit zum Schreiben habe. Das ist ja schließlich nicht zu viel verlangt, oder? Einen einzigen Tag, an dem ich bis zum Abend meine eigene Zielvorgabe erreichen kann, ohne durch lästige Störungsversuche abgelenkt zu werden.

Einen Tag ohne Mittagessen vorbereiten, in der Schule helfen, in der Kleiderkammer arbeiten, Telefongespräche führen, Hausaufgaben überwachen, Kinder durch die Gegend kutschieren, Arbeiten gehen …

Die Realität sieht leider anders aus.

Bei mir ebenso wie bei vielen namhaften Autoren. Wir schreiben nebenberuflich, schreiben dann, wenn die Zeit es zulässt. Manche morgens, manche abends, manchmal mittendrin. Einen ganzen Tag frei fürs Schreiben? Braucht es das wirklich? Ich bin in den letzten Monaten meinem freien Tag hinterher gelaufen, so dass ich letztendlich wochenlang überhaupt nicht zum Schreiben gekommen bin. Als ich dann endlich wieder vor meinem Projekt saß, brauchte ich einen halben Tag, um zurück in die Geschichte zu finden. Ja, es dauert, wenn man sich ständig neu einfinden muss.

Die Lösung des Problems

Warum auf den einen freien Tag warten, wenn es zwischendurch genügend Zeitfenster gibt, die sich nutzen lassen. Die Stunde beim Klavierunterricht der Kinder, die halbe Stunde beim Geigenunterricht, zwei Stunden im Wartezimmer beim Arzt, morgens eine Stunde vor der Arbeit usw.

Es soll Leute geben, die Schreiben gegen die Stoppuhr, weil sie unter Druck einfach schneller ans Ziel gelangen. Das kann ich nur bestätigen. Manchmal schaffe ich während der Klavierstunde mehr Wörter, als wenn ich vormittags zu Hause vor dem Laptop sitze. In den letzten Wochen habe ich wie eine Besessene nach diesem Muster geschrieben. Und es funktionierte hervorragend.

Was will ich mit einem ganzen freien Tag? Damit bin ich heillos überfordert. Jeden Tag eine Stunde in das Projekt investiert, ist eindeutig mehr wert!

Perfektion mindert die Produktivität…

… jedenfalls in meinem Schreibprozess!

In meinen Anfängen habe ich Kurzgeschichten geschrieben. Das war, wie das Wort besagt, eine kurze, meist schmerzlose Angelegenheit. Kurzgeschichten flossen aus meinen Fingern über die Tastatur hinein in den Bildschirm. Kleine Änderungen, mal hier und da etwas kürzen, fertig. So eine Kurzgeschichte habe ich aus dem Hut gezaubert. Gut, sie war stilistisch nicht perfekt. Aber man lernt ja. Weiterlesen

Ohne Plot geht gar nichts

Das habe ich jetzt auch endlich begriffen!

dein Profilbild

Angefixt, meine verrückten Ideen in einem Roman unterzubringen, wurde ich bei meinem ersten Schreibseminar im Iserlohner Literaturhotel mit Kathrin Lange. Thematisch befassten wir uns damals mit Figurenbau und der Frage, wie muss meine Hauptfigur auftreten, damit sie publikumstauglich wird.

Es folgte ein Seminar über das spannenste Genre überhaupt, Thriller, und ein weiteres über die passende Erzählperspektive. Daraufhin hatte ich mehrere Ideen entwickelt, die ich unbedingt in einem Roman verpacken wollte. Das hilfreich gewesene Seminar zum Thema Plotten, hatte Kathrin leider vor meiner aktiven Schreibphase gehalten. Alle schienen genau darüber bescheid zu wissen, von einem befreundeten Autor habe ich sogar die passenden Karteikarten bekommen und im Schnelldurchlauf wurde das Thema beim letzten Seminar angesprochen. Für diejenigen, die daran teilgenommen hatten, ein Aha-Erlebnis, für mich die absolute Katasthrophe.

Plotten hieß für mich bis dato: Alles, was mir für meinen Roman wichtig erscheint oder mir einfällt auf Karteikarten niederzuschreiben. Die letzten zwei Jahre habe ich auf ein Plotseminar in meiner Nähe gewartet, mich beim Versuch, es ohne zu schaffen, hin und her gewunden, gequält, tonnenweise Papier vernichtet und das Romanschreiben fast drangegeben.

Dann habe ich angefangen zu lesen 😉

Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten seinen Roman zu potten. Die Zeit bis zum nächsten Schreibseminar wollte ich nun mit dem Lesen verschiedener Schreibblogs zubringen und mich über die verschiedenen Plotarten informieren.

Ich will gar nicht näher auf die Inhalte der einzelnen Arten eingehen, dass haben die Autoren der Blogs selbst wunderbar hinbekommen. Sogar so gut, dass ich die für mich passende Plotart gefunden habe und mit meinem Projekt endich starten konnte.

Hier habe ich einige aufgelistet, die mir echt weiter geholfen haben. Es gibt so unglaublich viele Schreibratgeber im Netz, dass ich die unmöglich alle auflisten kann. Klickt euch da mal durch und schaut euch die unterschiedlichen Ansätze vom 7-Punkte-Plan bis zur Schneeflockenmethode mal genauer an 🙂

Markus Johanus

Dirk Eickenhorst

Schriftsteller-werden.de

Rindlerwahn-Blog

 

 

Papyrus-Autor-Schulung bei den „Waldstadtstiften“ – Durchblick inclusive

Seit etwas über ein Jahr schreibe ich meine Texte, Kurzgeschichten und Berichte mit dem Autorenprogramm Papyrus Autor. Mittlerweile habe ich mir das neuste Update besorgt. Ich kann ein neues Dokument öffnen und weiß, wie ich die Stilanalyse zum freien Schreiben deaktivieren kann, damit ich im Schreibfluss nicht ständig durch grüne, rosafarbende und lilaunterstrichene Worte abgelenkt werde. Und doch gibt es noch viele Funktionen, die mir (weil ich so ungern Handbücher lese) verschlossen waren.

Waldstadtstifte-Treffen zur Papyrus-Schulung genutzt

Ein dreifaches „HIP, HIP, HURRA“ an Andreas für die Kurzschulung am Rosenmontag – ganz ohne Helleau und Allehaf! Ein umfangreiches Schreibprogramm wie Papyrus lässt sich nämlich nicht eben zwischen Mittagspause und Kaffeekränzchen durchschauen. Jede Einstellung des Schreibprogramms, die Stilanalyse sowie der persönliche Arbeitsmodus kann auf die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen abgestimmt und zugeschnitten werden. Schreiben muss man allerdings schon noch allein. Über meine neu entdeckten Erkenntnisse werde ich hier zwischendurch berichten, damit auch andere, die zu faul sind das Handbuch zu lesen 😉 den Durchblick bekommen.

Vom Schreibprogramm erzogen

Mein Hang zu Füllwörtern dürfte dem einen oder anderen Leser meiner Beiträge und Blogs sicherlich nicht entgangen sein. Ich mag diese Wörter! In Kurzgeschichten verzichte ich mittlerweile aber freiwillig darauf – Papyrus hat mich quasi erzogen! Ob das nun gut oder schlecht ist, mag der Leser entscheiden. Immerhin gehören manche Füllsel einfach dazu – meist sogar zum Stil eines Autors. Ich gebe zu, meine erste Zeit mit diesem Schreibprogramm war gewöhnungsbedürftig. Allem voran, weil mein Schreibstil nicht zu Papyrus passte.  😉  Trotz aller Startschwierigkeiten kann ich das Schreibprogramm für Autoren und all jene, die es werden wollen, nur empfehlen.

Viele Schreibübungen liegen vor mir

In diesem Jahr möchte ich also meine Zeit bewusst den Schreibübungen widmen, bevor ich mich an ein neues Projekt heranwage. Der Mutter-Kind-Kur-Ratgeber ist soweit fertig geschrieben, lektoriert, korregiert und fast fertig gesetzt. Nun wartet er nur  noch auf den Startschuss vom Fant-Verlag, bevor es in die Buchläden geht. Bis dahin werde ich mich in meine Schreibstube zurückziehen. Wir lesen uns.

Schwierigkeiten mit der Überschrift

Die Überschrift einer Geschichte, eines Artikels oder eines Romans wird vom Leser als erstes wahrgenommen. Sie leitet das entsprechende Textprodukt ein, soll den Leser am besten sofort am Kragen packen und in die Geschichte hineinziehen, ohne den Inhalt vorwegzunehmen und damit die Spannung zu mindern. Gute Überschriften brechen die Erwartungen des Lesers und machen neugierig.

Das hört sich einfach an – es klingt auch logisch. Warum fällt es mir dann teilweise so schwer die Logik in die Tat umzusetzen? Ich gebe zu, mit Überschriften habe ich meine ganz eigenen Probleme. Oft grüble ich an den Titeln länger herum, als am Rest der Geschichte – meist mit mäßigem Erfolg.

So aber mal nicht

Ein Beispiel, wie es überhaupt gar nicht funktioniert, ist meine Tomaten-Bilder-Geschichte. Der Titel „Kommt alles anders“ sagt weder aus, worum es in etwa geht, noch macht er den Leser neugierig auf das Geschehen. Gibt es von euch vielleicht Verbesserungsvorschläge? Dann immer her damit!

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Auch die Bildergeschichte „Lydia“ besitzt einen nichtssagenden Titel – den Namen hat die Autorin, so macht es den Anschein, nur eingesetzt, weil ihr nichts besseres eingefallen ist. „Stimmt!“, sagt die Autorin und grübelt, wie sie diesem Titel-Problem am ehesten beikommen könnte.

Lesen und Lernen

Schreiben ist ein Handwerk, ohne Frage. Es gehört mehr dazu, als mit einer Portion Talent und einigen hundert Fans die Buch-Welt erobern zu wollen. Nur weil ich die Bohrmaschine bedienen kann, macht mich das noch nicht zum Hausmeister! Es gibt zahlreiche Schreibratgeber, die einem Autor helfen, sich in der Welt der Buchstaben zurecht zu finden: Sol Stein „Über das Schreiben“, Alexander Steele „Creative Writing – Romane und Kurzgeschichten schreiben“ oder auch Wie man einen verdammt guten Roman schreibt von James N. Frey.

Aber auch im Internet lässt sich das Autoren-Handwerkszeug erlernen:

www.anleitung-zum-schreiben.de

www.schreiblabor.com

Rhetorik und Literatur

Allerdings nützt alles nichts, wenn man weiß, wo im Bücherregal die Ratgeber stehen, wenn sie nicht gelesen und die angebotenen Hilfestellungen berücksichtigt werden. Darum werde ich mich nun in mein stilles Kämmerchen zurückziehen und die Titel meiner Kurzgeschichten neu überdenken.

Bis demnächst

Von Elfchen und hintergründigen Gedanken

Da musste ich nun 32 Jahre alt werden, um mir von meiner Tochter, einer Zweitklässerlin, erklären zu lassen, was ein Elfchen ist. So etwas haben wir in der Grundschule nie gelernt. Bei uns wurden hochintellektuelle, kommunistische DDR-Gedichte in  Reimform nach strengen, metrischen Strukturen erwartet.  Ein Elfchen – tststs…

So etwas gibt es nur in unserer heutigen, verweichlichten Gesellschaft! Wo von unseren Kindern nichts mehr abverlangt werden kann, weil sie sich sonst überfordert fühlen und bei Facebook einen „Shirtstorm“ gegen ihre geneigte Lehrerschaft starten. Oder ihre Lehrer mit einem „Flashmob“ daran hindern, freitags nach der vierten Stunde in den verdienten Feierabend zu gehen… Sie lernen Elfchen, weil diese elf Worte hervorragend in eine SMS oder in eine Twitter-Nachricht passen. Außerdem kann sich doch sowieso keiner auf mehr Text konzentrieren…

Kurz zur Erläuterung für alle, die nicht wissen, wovon ich spreche: Ein Elfchen ist ein kurzes Gedicht aus elf Wörtern, welches in einer festgelegten Form auf fünf Zeilen verteilt wird.

Zeile 1: Ein Geruch, eine Farbe, ein Gedanke oder Gegenstand wird benannt (1 Wort)

Zeile 2: Was bedeutet dieser Begriff? (2 Worte)

Zeile 3: Was macht dieses Wort? Wo ist es zu finden oder wann wird es gebraucht? (3 Worte)

Zeile 4: Eine kurze Erläuterung, was damit gemeint ist. (4 Worte)

Zeile 5: Das Fazit. (1 Wort)

Elfchen sind eine großartige Erfindung, um die Kreativität der Kinder spielerisch anzukurbeln. Häufig finden diese ersten Übungen in der Grundschule ihre Anwendung, um die Schülerinnen und Schüler an die Dichtkunst heranzuführen. Außerdem lernen sie so, sich an Regeln zu halten. Meine Große – von wem auch immer sie diesen Charakterzug geerbt hat – fühlte sich in ihrer kreativen Schaffensphase durch dieses Fünfzeilen-Regel leicht eingeschränkt.

Nichtsdestotrotz hat sie mich zu einem Elfchen-Wettbewerb herausgefordert, den ich umgehend angenommen habe. Leider ist es für mich als Prosaist nur bedingt möglich, mich in elf (!) Worten auszudrücken. Gar nicht so einfach, aber doch hilfreich, wenn die Schreibblockade mal wieder an die Tür klopft.

Hier nun also mein Frühlingselfchen, mit dem ich leider nur den zweiten von zwei Plätzen gemacht habe…

Blau

Das Veilchen.

Vorsichtig streckt es

seine zarten Blütenblätter heraus.

Wunderbar.

Figurenseminar belegt und plötzlich verwirrt

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin verwirrt!

Am Wochenende habe ich im Iserlohner Literaturhotel Franzosenohl (eine, unter Autoren bekannte und beliebte Adresse zum Lesen, Lauschen und Entspannen) ein Schreibseminar zum Thema „Figurenbau im Roman“ belegt. Und damit fing das Dilemma an…

Sonntagabend, kaum zu Hause, machten sich meine Figuren plötzlich selbstständig. Es gab ein Hauen und Stechen unter den einzelnen Protagonisten. Jeder beanspruchte das Recht der ersten Reihe nur für sich allein. Da musste sich meine dreifache Mutter Anneke, die dringend kurbedürftig ist, plötzlich mit einem pädophilen Kinderschänder herumschlagen. Kleine Fantasiewesen (die ich vorher nie an irgendeiner Stelle bemerkt habe) umschmeichelten mich, so dass ich glatt gewillt war ihnen den Vortritt zu geben. Dazu kam ein schüchterner Rollstuhlfahrer, der mir plötzlich so leid tat, dass ich alle anderen Figuren zur Seite scheuchte…

Und dann diese Lautstärke! Leute, meine drei Kinder nach zwei Flaschen Fanta und einem Wochenende im Nintendo-Rausch waren angenehmer zu ertragen. Was mache ich jetzt nur? Die Figurenmeute kann ich ja kaum aus den Augen lassen? Hat jemand einen Ratschlag für mich, wie sich verselbstständigte Figuren wieder bändigen lassen? Für jeden Tipp bin ich mehr als dankbar 😉

Pünktlich zum Fototermin lachte uns die Sonne.

Pünktlich zum Fototermin lachte uns die Sonne.