Kleinstadtgeflüster# mit oder vielleicht ohne?

Ein Krimi ohne Leiche? Ist das nicht wie Pommes ohne Ketchup, wie Sommer ohne Sonne, wie Kermit ohne Miss Piggy?

Ich wollte in meinem Roman gern ohne Leiche auskommen, aber meine Figuren zwingen sie mir förmlich auf. Was sagt ihr denn dazu? Leiche oder nicht Leiche? Was lest ihr persönlich lieber? Wie blutrünstig darf es in einem Krimi zugehen oder interessieren euch eher die Geschichten hinter der eigentlichen Geschichte?

Ich bin gespannt. Bis dahin werde ich meine Figuren beruhigen gehen.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Kleinstadtgeflüster# – Die Figuren stellen sich vor

Eine längere Geschichte oder gar einen Roman zu schreiben erfordert viel Geduld und vor allem unheimlich viel Disziplin in der Vorbereitung – mit beiden Attributen bin ich nicht besonders üppig bestückt. Darum habe ich mich auch entschlossen, euch an der Entstehung meiner Geschichte teilhaben zu lassen. Quasi als Alibi 😉

Im Laufe dieses Jahres werden sich meine Protagonisten im Kleinstadtgeflüster selbst vorstellen. Seit dem Schreibworkshop vor zwei Jahren zum Thema Figurenbau im Roman mit der Thriller-Autorin Kathrin Lange, schwirren diverse Figuren bei mir zu Hause herum, die lautstark ihre Daseinsberechtigung einfordern. Lange Zeit habe ich nicht gewusst, wohin ich sie stecken soll – der Keller ist vollgestellt mit Krempel, im Dachgeschoss wohnen meine Kids und im Kleiderschrank haben sie rebelliert. Irgendwann im Laufe des letzten Jahres entstand unser Wachtelstall im Garten – und da hinein habe ich sie gesetzt. Ehrlich. Dort fühlen sie sich wohl und haben plötzlich ein Eigenleben entwickelt!

Nach zwei harten Jahren weiß ich nun endlich, wie sich alle meine Figuren miteinander in einer längeren Geschichte verknüpfen lassen. Ihr könnt mir glauben, im Wachtelstall ging die Post ab, als ich ihnen von meinen Plänen erzählt habe. Natürlich wollte jede die Erste sein! Mit dem Problem kenne ich mich allerdings aus – schließlich bin ich Mutter von drei Kindern!

 

Figurenseminar belegt und plötzlich verwirrt

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin verwirrt!

Am Wochenende habe ich im Iserlohner Literaturhotel Franzosenohl (eine, unter Autoren bekannte und beliebte Adresse zum Lesen, Lauschen und Entspannen) ein Schreibseminar zum Thema „Figurenbau im Roman“ belegt. Und damit fing das Dilemma an…

Sonntagabend, kaum zu Hause, machten sich meine Figuren plötzlich selbstständig. Es gab ein Hauen und Stechen unter den einzelnen Protagonisten. Jeder beanspruchte das Recht der ersten Reihe nur für sich allein. Da musste sich meine dreifache Mutter Anneke, die dringend kurbedürftig ist, plötzlich mit einem pädophilen Kinderschänder herumschlagen. Kleine Fantasiewesen (die ich vorher nie an irgendeiner Stelle bemerkt habe) umschmeichelten mich, so dass ich glatt gewillt war ihnen den Vortritt zu geben. Dazu kam ein schüchterner Rollstuhlfahrer, der mir plötzlich so leid tat, dass ich alle anderen Figuren zur Seite scheuchte…

Und dann diese Lautstärke! Leute, meine drei Kinder nach zwei Flaschen Fanta und einem Wochenende im Nintendo-Rausch waren angenehmer zu ertragen. Was mache ich jetzt nur? Die Figurenmeute kann ich ja kaum aus den Augen lassen? Hat jemand einen Ratschlag für mich, wie sich verselbstständigte Figuren wieder bändigen lassen? Für jeden Tipp bin ich mehr als dankbar 😉

Pünktlich zum Fototermin lachte uns die Sonne.

Pünktlich zum Fototermin lachte uns die Sonne.