Lesechallange 2014 – Zwischenbilanz März

Meine Güte, der März ist vorbei und meine SuB-Liste kaum abgearbeitet. Das liegt zum einen daran, dass ich mittlerweile zwei Bücher abgebrochen habe, zum anderen daran, dass sich die Frühjahrsmüdigkeit mit meinen schwarzen Hundetagen schlecht vertragen hatte.

  • „1984“ von Orwell abgebrochen

Der Grund lag nicht am Buch selber, auch nicht am Inhalt oder an Orwells verquerem Gedankengut sondern daran, dass es mich aggressiv machte, es zu lesen. Und zusätzliche aggressive Energie zu meine Hundetagen, konnte wirklich niemand – ich am wenigsten – ertragen.

Als Beigabe zum Haus, durften wir vor nunmehr vier Jahren, zwei vollbepackte Bananenkisten mit Büchern unser Eigen nennen. Daraus versuche ich also nun einige Exemplare zu lesen. Allerdings handelte es sich bei diesen Stücken um zarte Schätzchen aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Aus der Bananenkiste stammt auch Allighams Buch – vom Schreibstil nicht mein Fall. Auch wenn ich mich über etliche Seiten durchquälte, musste ich resigniert aufgeben. Bin eben doch ein Kind unserer Zeit und kann mit historischer Literatur nichts mehr anfangen 😉 Leider. Vielleicht versuche ich es irgendwann erneut.

  • Enid Blyton „Fünf Freunde als Retter in der Not“ durchgelesen

Als Druckdatum steht das Jahr 1964 vorn im Impressum. Ich habe es zusammen mit meinen Kids im Zuge unserer Leseabende Kapitelweise vorgelesen. Ich denke, damit gilt es als gelesen und darf von mir abgehakt werden 😉 Bei einer Stelle im Buch – alle Gender-Beführworter und Frauenquotenverfechter mögen jetzt bitte die nächsten Zeilen überlesen – brach ich in schallendes Gelächter aus. Moment ich zitiere:

S. 66 – 67: „Aber gleich nach dem Essen dürfen wir nicht baden. Die Mädchen wollen sicher das bißchen Geschirr spülen und die Reste vom Mittagessen aufräumen. Wir setzen uns inzwischen nieder und warten, bis sie fertig sind.“

Ich hoffe, ihr Buchverstümmeler wollt nun nicht auch noch die berühmten „Fünf Freunde“ bis zur Unkenntlichkeit zerfetzen, damit unsere medial überforderte Jugend keinen Schaden durch diese Zeilen nimmt!

  • Cornelia Funke „Gespensterjäger“ durchgelesen

Ach, was war das Buch schön! Herrlich irrwitzig und unbedingt lesenswert. KÖSTLICH.

  • Mario Vargas Llosa „Briefe an einen jungen Schriftsteller“ durchgelesen
  • Joe Navarro „Menschen lesen: Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt“ durchgelesen

Von Elfchen und hintergründigen Gedanken

Da musste ich nun 32 Jahre alt werden, um mir von meiner Tochter, einer Zweitklässerlin, erklären zu lassen, was ein Elfchen ist. So etwas haben wir in der Grundschule nie gelernt. Bei uns wurden hochintellektuelle, kommunistische DDR-Gedichte in  Reimform nach strengen, metrischen Strukturen erwartet.  Ein Elfchen – tststs…

So etwas gibt es nur in unserer heutigen, verweichlichten Gesellschaft! Wo von unseren Kindern nichts mehr abverlangt werden kann, weil sie sich sonst überfordert fühlen und bei Facebook einen „Shirtstorm“ gegen ihre geneigte Lehrerschaft starten. Oder ihre Lehrer mit einem „Flashmob“ daran hindern, freitags nach der vierten Stunde in den verdienten Feierabend zu gehen… Sie lernen Elfchen, weil diese elf Worte hervorragend in eine SMS oder in eine Twitter-Nachricht passen. Außerdem kann sich doch sowieso keiner auf mehr Text konzentrieren…

Kurz zur Erläuterung für alle, die nicht wissen, wovon ich spreche: Ein Elfchen ist ein kurzes Gedicht aus elf Wörtern, welches in einer festgelegten Form auf fünf Zeilen verteilt wird.

Zeile 1: Ein Geruch, eine Farbe, ein Gedanke oder Gegenstand wird benannt (1 Wort)

Zeile 2: Was bedeutet dieser Begriff? (2 Worte)

Zeile 3: Was macht dieses Wort? Wo ist es zu finden oder wann wird es gebraucht? (3 Worte)

Zeile 4: Eine kurze Erläuterung, was damit gemeint ist. (4 Worte)

Zeile 5: Das Fazit. (1 Wort)

Elfchen sind eine großartige Erfindung, um die Kreativität der Kinder spielerisch anzukurbeln. Häufig finden diese ersten Übungen in der Grundschule ihre Anwendung, um die Schülerinnen und Schüler an die Dichtkunst heranzuführen. Außerdem lernen sie so, sich an Regeln zu halten. Meine Große – von wem auch immer sie diesen Charakterzug geerbt hat – fühlte sich in ihrer kreativen Schaffensphase durch dieses Fünfzeilen-Regel leicht eingeschränkt.

Nichtsdestotrotz hat sie mich zu einem Elfchen-Wettbewerb herausgefordert, den ich umgehend angenommen habe. Leider ist es für mich als Prosaist nur bedingt möglich, mich in elf (!) Worten auszudrücken. Gar nicht so einfach, aber doch hilfreich, wenn die Schreibblockade mal wieder an die Tür klopft.

Hier nun also mein Frühlingselfchen, mit dem ich leider nur den zweiten von zwei Plätzen gemacht habe…

Blau

Das Veilchen.

Vorsichtig streckt es

seine zarten Blütenblätter heraus.

Wunderbar.

52 Bücher, Woche #12 – Vampir

Fellmonsterchen schlägt in Woche 12 (meine Güte, 12 Wochen schon) das Thema Vampir vor und mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Nicht, weil ich mich etwa gruseln würde, sondern weil ich zu diesem Thema weder etwas im Bücherschrank stehen habe, noch den Hype um diese Twilight-Saga irgendwie nachvollziehen kann.

Allerdings ist es mit dieser Triologie ähnlich wie mit McDonalds: keine isst dort, aber die Umsatzzahlen sprechen eine andere Sprache.
Zum Thema Vampir habe ich nichts Produktives vorzuweisen. Allerdings hat meine Lieblingsband „Muse“ in einem der Twilight-Filme dieses Lied gesungen.

Aber, ich lass mich gern von dem ein oder anderen Buchvorschlag überzeugen. Soll ja nicht heißen, ich würde mich total verweigern…

 

Ich lese viel – warum schreibe ich dann nicht auch mal ne Rezension? Hier gibt es eine super Anleitung zum Schreiben einer solchen.

ingehannemann

 

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Wie wird eine Rezension geschrieben?

Wird eine Sache vorgestellt und gleichzeitig bewertet oder beurteilt, spricht man von einer Kritik. Diese stellt einen direkten Nutzwert für den Leser da: Soll ich das Buch kaufen? Soll ich mir den Film oder das Theaterstück ansehen? Lohnt sich der Weg zum Konzert?

Der Schreiber einer Kritik, bei einer Buchkritik wird von Rezension gesprochen, trägt eine große Verantwortung. Neben dem Wissen des richtigen Aufbaus einer Rezension muss er gleichzeitig auch ein Experte sein. Ein Experte mit Fachkompetenz über das Buch, dem Theaterstück oder der Kunst. Mit Lobreden oder Verriss kann er Karrieren fördern oder behindern – auch bei sich selbst. Je nachdem, ob er ein gutes Urteilsvermögen oder Voreingenommenheit besitzt. Zwischen den einzelnen Kritiktypen sind unterschiedlichste Stiltypen gefordert. Eine Kritik über einen Kinofilm, einer Oper wird anders gestaltet als eine Rezension über ein Buch. Kinofilmkritiken können eher populärer, bissig oder polemisch gestaltet sein, als…

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Kaffeesucht, Literaturhotel und völlige Entspannung – Sabine Hinterberger im Gespräch

Sabine Hinterberger, Autorin

Zum zweiten Mal in diesem Halbjahr, betrat ich das Literaturhotel im schönen Iserlohner Stadtwald. Beim ersten Mal, traf sich unsere Autorengruppe in den erlesenen Räumlichkeiten – diesmal würde ich auf Sabine Hinterberger treffen. Sie lebt und arbeitet, wie sie selbst auf ihrer Internetseite erklärt, als Schriftstellerin in der einzigen Stadt in NRW, in der eine Autobahnbrücke über einen Ausflugssee führt, auf dem man des Nachts und bei Vollmond mit dem Tretboot um die Brückenpfeiler Slalom fahren kann. Im Jahr 2003 erblickte ihr erster Roman „Vollmond in Blau“ das Licht der Welt, viele spannende Kurzgeschichten folgten. Sabine Hinterberger ist als Autorin in Iserlohn ein Begriff, so wie die Tatsache, dass es im Sauerland ständig regnet. Weiterlesen

Andreas Witteler – ein Iserlohner Autor stellt sich vor

Andreas Witteler liest

An der Bushaltestelle links rein, dann wieder links und an der Hecke parken – so lautete die Wegbeschreibung zu meinem ersten Interviewtermin mit dem Autor Andreas Witteler. Vor lauter Aufregung habe ich die Bushaltestelle übersehen, fuhr weiter gerade aus, bis ich im nächsten Ortsteil von Iserlohn heraus kam. Auf dem Rückweg fand ich die Bushaltestelle, auch die beschriebene Hecke, an welcher ich parken sollte und wurde anschließend von einem fröhlich strahlenden Mann begrüßt. Weiterlesen

Iserlohn als Literaturstandort stellt sich vor und ich bin vor Ort

Kürzlich wurde ich gefragt, was ich denn nun genau mit meinen Blogs beabsichtigen würde. Ganz ehrlich? Ich bin überaus mitteilungsbedürftig.

Andererseits ist diese, meine ganz offizielle Autorenseite, alles andere als eine Plattform für unnützes Wissen, Kochrezepte oder Kinderkram. Dieses und weitere lustige Alltagsgeschichten gibt es weiterhin in meiner Kinderküche!
Hier möchte ich dem geneigten Publikum einen kleinen Einblick gewähren in meine Arbeit als Autorin, Texterin und ‚Event-Journalistin‘, wie es ein lieber Kollege kürzlich so schon ausgedrückt hat. Beruflich bin ich weit davon entfernt, mich als Journalistin zu betiteln. Das würde der Arbeit eines echten Journalisten wirklich nicht gerecht werden. Dennoch bin ich fragend unterwegs, besuche andere Autoren aus meinem Literaturkreis Iserlohn und behalte das kulturelle Leben meiner Kolleginnen/ Kollegen wachsam im Auge. ;-)))

Buchprojekte, Lesungen und allerlei Interessantes zum Thema Lesen, Hören und Staunen werden hier in Kürze eintreffen. Ich lade Sie herzlich dazu ein, mich ein Stück des Weges zu begleiten.